Textilstandard und- programm - Hintegrund

Fairtrade-Standards

Mit dem Kauf von Textilien aus Fairtrade-Baumwolle entscheiden Sie sich für höchste Qualität. Mit Hilfe des Fairtrade-Standards für Baumwolle und dem neu eingeführten Standard für Textilien verbessern sowohl die Bauern in den Entwicklungsländern als auch die Arbeiter in der gesamten Verarbeitungskette der Textilbranche ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Für Baumwollbauern:

  • Partnerschaft auf Augenhöhe: Die Baumwollbauern organisieren sich demokratisch und stärken so ihre Verhandlungsposition.
  • Mindestpreise: Der Fairtrade-Mindestpreis dient als Sicherheitsnetz gegen Schwankungen auf dem Weltmarkt und deckt die Kosten einer nachhaltigen Produktion. Liegt der Welt-marktpreis höher, geht der Fairtrade-Preis mit.
  • Zukunft gestalten: Die zusätzliche Zahlung der Fairtrade-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung ermöglicht beispielsweise den Bau von Schulen und Gesundheitszentren.
  • Mitbestimmung: Im Fairtrade-System haben die Produzentenorganisationen in allen Entscheidungsgremien 50 Prozent der Stimmen und gestalten den fairen Handel somit aktiv mit.
  • Strenge Umweltrichtlinien: Umweltschonende Anbauweise wird gefördert und Zuschläge für Bio-Anbau bezahlt. Gentechnikverändertes Saatgut ist verboten.

Für die Textilindustrie gilt mit dem neuen Standard:

  • Existenzsichernde Löhne: Teilnehmende Unternehmen führen innerhalb von sechs Jahren existenzsichernde Löhne ein, die fast immer über den gesetzlichen Mindestlöhnen liegen.
  • Zusammenschluss: Arbeiterinnen und Arbeiter sollen eine gestärkte Rolle im Unternehmen erhalten. Der Standard unterstützt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darin, sich zu organisieren.
  • Arbeitssicherheit: Das Tragen von Schutzkleidung und weitere faire Arbeitsbedingungen, etwa bei Arbeitszeiten und Verträgen, werden ebenso unterstützt wie ein Beschwerde-Mechanismus
  • Bildung: Schulungen und Fortbildungen vor allem mit Blick auf Arbeitnehmerrechte werden eingeführt, auch sollen Unternehmen Trainee-Programme für junge Mitarbeiter entwickeln.
  • Gesundheit: Der Standard definiert verbotene Substanzen und soll einen Beitrag dazu leisten, dass Chemikalien und Produktionspraktiken keine Umweltschäden erzeugen.
  • Fairer Einkauf: Beteiligte Unternehmen verpflichten sich, durch faire Einkaufspraktiken die Umsetzung existenzsichernder Löhne mitzutragen. Das bedeutet eine Transparenz in der Preisgestaltung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.
  • Verarbeitung von Fairtrade-Baumwolle oder anderen nachhaltigen Fasern

Das Fairtrade-Textilprogramm

Das Textilprogramm ist eine Unterstützung für Fabriken vor Ort. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen bereits Teil des Fairtrade-Systems oder einer Fairtrade-Lieferkette ist, kann das Programm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen angewandt werden. Das Programm umfasst:

  • Verschiedene Schwerpunkte wie: Unterstützung in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Stärkung der Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern, existenzsichernde Löhne und Verbesserung von Effizienz und Produktivität.
  • Eine Vorbewertung des Unternehmens durch Experten. Die Ergebnisse werden mit dem Management der Fabriken besprochen. Die Umsetzung wird durch Fairtrade-Mitarbeiter, Gewerkschaften, Trainingscenter und externe Partner.
  • Wenn sich das Unternehmen für eine Fairtrade-Zertifizierung entscheidet, bewerten die Auditoren von Flocert die umgesetzten Maßnahmen und Ergebnisse des Programms.

Für alle Teilnehmer gilt:

Externe Kontrolle: Die Einhaltung der Standards entlang der Lieferkette wird extern durch das unabhängige Unternehmen FLOCERT kontrolliert. FLOCERT ist bei allen Fairtrade-Ansätzen für Kontrollen und Zertifizierung zuständig.

Unterstützung vor Ort: Der Beratungsservice der kontinentalen Produzentennetzwerke unterstützt die Kleinbauern durch Fortbildungen und Schulungen.

Innerhalb der Textilindustrie sorgt das Textilprogramm dafür, dass die Fabriken vor Ort unterstützt werden.